Neuer ZVB Hauptstützpunkt in Planung

Die Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) betreibt seit 1952 ihren Hauptstützpunkt An der Aa im Quartier Schutzengel in Zug. Die Verwaltung, die Werkstatt und das Busdepot sind auf dem Areal angesiedelt. Die alten Gebäude sollen einem Neubau weichen, um heutige und zukünftige Anforderungen optimal erfüllen zu können.

Gründe für einen neuen Hauptstützpunkt

Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten
Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben ist ein Ersatz der bestehenden Gebäude in gleicher Art und Weise ohne Änderung des gültigen Zonenplans der Stadt Zug nicht bewilligungsfähig. Aus den gleichen Gründen ist auch eine teilweise neubauähnliche Sanierung mit Anpassungen an den Gebäudehüllen (z.B. Anhebung des Gebäudedachs) und Gebäudevolumen nicht bewilligungsfähig. Die aktuelle bauliche Situation schränkt die ZVB bereits heute in ihrem Betrieb ein, namentlich durch ineffiziente Prozesse (beispielsweise aufgrund fehlender Fahrzeug-Dacharbeitsplätze), sodass bauliche Anpassungen dringend nötig sind.

Überalterte Gebäude

Die bestehenden Gebäude der ZVB sind teilweise über 60 Jahre alt. Sie sind zum Teil lediglich als Provisorien erstellt worden. Infolge des Alters und der schlechten Bausubstanz ist keines der bestehenden Gebäude erhaltenswürdig. Eine umfassende Sanierung ist aufgrund der fehlenden Nachhaltigkeit einer entsprechenden Investition nicht sinnvoll, sondern wäre nur gutes Geld in schlechte Gebäudesubstanz gesteckt. Ausserdem könnten keine betrieblichen Verbesserungen erzielt werden.

Technische Entwicklungen

Will die ZVB zukünftig Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten sowie höhere oder längere Fahrzeuge einsetzen, erfordert dies für eine effiziente Wartung entsprechend ausgerüstete und optimal angeordnete Werkstattarbeitsplätze. Die bestehende Werkstatt ist heute ein eigentliches Flickwerk, was eine effiziente und wirtschaftliche Fahrzeugwartung erschwert.

Wachstum

Die ZVB transportiert jedes Jahr mehr Fahrgäste. Seit der letzten baulichen Erweiterung am bestehenden Hauptstützpunkt im Jahr 1999 haben sich die Frequenzen nahezu verdoppelt (1999: 13,5 Millionen, 2017: 25,2 Millionen Personenfahrten). Mit den steigenden Fahrgastzahlen wuchs auch die Flotte der ZVB kontinuierlich. Entsprechend eng sind heute die Platzverhältnisse in der Werkstatt sowie bei der Garagierung. Das Bedürfnis nach Mobilität wird weiter zunehmen. Um diese steigende Nachfrage abzudecken, benötigt die ZVB einen Hauptstützpunkt mit ausreichender Kapazität.

Standort An der Aa

Die ZVB prüfte mehrmals die Auslagerung ihres Hauptstützpunkts an einen anderen, dezentralen Standort. Entsprechende Kostenvergleiche zeigten aber, dass der Verbleib An der Aa langfristig die kostengünstigste Variante ist. Dies vor allem deshalb, weil 60% der Busse für den Zentrumsverkehr in Zug eingesetzt werden – eine dezentrale Infrastruktur würde viele Leerfahrten und damit einen höheren Personalaufwand und eine stärkere Umweltbelastung verursachen. Ausserdem erfordert der Verbleib An der Aa kein zusätzliches, unverbautes Land.

Zusammenarbeit mit dem Kanton Zug

Die Planung des neuen ZVB Hauptstützpunkts erfolgt in enger Koordination mit dem Kanton Zug. Die ZVB plant, auf demselben Areal einen Neubau für den Rettungsdienst und die Verwaltung zu realisieren.

Für den neuen Hauptstützpunkt rechnet die ZVB mit Erstellungskosten in der Höhe von CHF 188.4 Mio. Die finanziellen Mittel der ZVB reichen nicht aus, um den Neubau vollständig eigenständig zu finanzieren. Es ist geplant, dass der Kanton Zug sich mit einem Investitionsbeitrag an den Erstellungskosten beteiligen wird.

Die heutige Planung sieht einen Baubeginn im Jahr 2025 vor; der neue ZVB Hauptstützpunkt wäre damit 2029 bezugsbereit.