Neuer ZVB Hauptstützpunkt in Planung

Die Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) betreibt seit 1952 ihren Hauptstützpunkt An der Aa im Quartier Schutzengel in Zug. Die Verwaltung, die Werkstatt und das Busdepot sind auf dem Areal angesiedelt. Die alten Gebäude sollen einem Neubau weichen, um heutige und zukünftige Anforderungen optimal erfüllen zu können.

Gründe für einen neuen Hauptstützpunkt

Überalterte Gebäude
Die bestehenden Gebäude sind teilweise über 60 Jahre alt. Die letzten Erweiterungen für die Fahrzeuge wurden Ende der 1990er-Jahre als Provisorien erstellt. Wegen des Alters und der schlechten Bausubstanz ist keines der bestehenden Gebäude erhaltenswürdig. Eine umfassende Sanierung ist aufgrund der fehlenden Nachhaltigkeit einer entsprechenden Investition nicht sinnvoll, sondern wäre nur gutes Geld in schlechte Gebäude gesteckt.

Technische Entwicklungen
Will die ZVB zukünftig Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten, höhere oder längere Fahrzeuge einsetzen, erfordert dies für eine effiziente Wartung entsprechend ausgerüstete und optimal angeordnete Werkstattarbeitsplätze. Die bestehende Werkstatt wurde 1952 gebaut. Aufgrund mehrerer nötiger Umbauten ist sie heute ein eigentliches Flickwerk. Mit weiteren Umbauten der bestehenden Räume kann die Werkstatt nicht wie erforderlich modernisiert werden. Ihr Neubau ist daher zwingend.

Wachstum
Die ZVB transportiert jedes Jahr mehr Fahrgäste, 2015 fast 60% mehr als noch 2001. Entsprechend wächst die ZVB Flotte kontinuierlich. Weil die letzte bauliche Erweiterung am bestehenden Hauptstützpunkt vor über 20 Jahren erfolgte, sind die Platzverhältnisse in der Werkstatt und bei der Garagierung eng. Das Bedürfnis nach Mobilität wird aber weiter zunehmen. Um diese steigende Nachfrage abzudecken, benötigt die ZVB einen neuen Hauptstützpunkt mit entsprechender Kapazität.

Standort An der Aa

Die ZVB prüfte mehrmals die Auslagerung ihres Hauptstützpunkts an einen anderen, dezentralen Standort. Entsprechende Kostenvergleiche zeigten aber, dass der Verbleib An der Aa langfristig die kostengünstigste Variante ist. Dies vor allem deshalb, weil 60% der Busse für den Zentrumsverkehr in Zug eingesetzt werden – eine dezentrale Infrastruktur würde viele Leerfahrten und damit einen höheren Personalaufwand und eine stärkere Umweltbelastung verursachen. Ausserdem erfordert der Verbleib An der Aa kein zusätzliches, unverbautes Land.

Zusammenarbeit mit dem Kanton Zug

Die Planung des neuen ZVB Hauptstützpunkts erfolgt in enger Koordination mit dem Kanton Zug. Dieser plant auf demselben Areal einen Neubau für den Rettungsdienst und die Verwaltung.

Für den neuen Hauptstützpunkt rechnet die ZVB mit Erstellungskosten in der Höhe von CHF 188.4 Mio. Die finanziellen Mittel der ZVB reichen nicht aus, um den Neubau vollständig eigenständig zu finanzieren. Es ist geplant, dass der Kanton Zug sich mit einem Investitionsbeitrag an den Erstellungskosten beteiligen wird. 

Die heutige Planung sieht einen Baubeginn im Jahr 2024 vor; der neue ZVB Hauptstützpunkt wäre damit 2028 bezugsbereit.